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„Ein Weckruf wie nach dem Glykol-Skandal“11. Jan. 18:13

„Ein Weckruf wie nach dem Glykol-Skandal“

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Während die Uni Bratislava und die FH Wiener Neustadt die akademischen Arbeiten Aschbachers und ihre wissenschaftliche Praxis überprüfen, hofft die Politik auf ein reinigendes Gewitter Hoppertatschige ZiB2-Interviews sind schon so manchen Interviewten zum Verhängnis geworden. Aber noch nie so wie Christine Aschbacher. Hätte sie nicht so phrasenhaft geantwortet, wäre der Plagiatsforscher Stefan Weber – so sagt er – nicht auf die Idee gekommen, ihre Magisterarbeit zu überprüfen. Es ist aber geschehen, und der Salzburger Forscher hat damit eine riesige Diskussion über wissenschaftliche Redlichkeit, erschlichene akademische Grade und den europäischen Hochschulraum ausgelöst. Sowohl die FH Wiener Neustadt, wo Aschbacher 2006 ihren Magister verliehen bekommen hat, als auch die TU Bratislava, wo sie knapp vor Verleihung der Doktorwürde steht, wollen jetzt ihre Arbeit und die Praxis ihrer Häuser genau unter die Lupe nehmen. Alles andere als eine Aberkennung wäre wohl verwunderlich. Aber steckt der Wurm im System? Ist Feuer am Dach der FHs und Unis? Erst 2020 hatte Aschbacher die Doktorarbeit in Bratislava an der Technischen Universität (Slovenská technická univerzita – STU) eingereicht. Dort wurde die Arbeit mit dem staatlichen Antiplagiat-System überprüft, das eine Übereinstimmung mit fremden Texten von nur 1,15 Prozent gefunden haben will. „Das ist minimal – aus dieser Sicht handelt es sich also nicht um ein Plagiat“, verteidigt sich die Uni jetzt. Allerdings sind vor allem slowakische Texte in der Datenbank, kaum deutsche. Die Software ist also zu einem überwiegenden Teil blind. Weber hat festgestellt, dass mehr als 20 Prozent der Arbeit gefälscht war, das attestierte die Plagiatssoftware in Österreich. Was zur Stunde niemand beantworten kann: Wie konnten solche Arbeiten überhaupt als akademisch durchgehen? Das wird jetzt überprüft. In Österreich gibt es immer mehr Fachhochschulen, aber immer weniger Schulabgänger. Gibt es da nicht zwangsläufig einen Wettbewerb um Studierende und somit um den einfacheren Studienort?
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