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26. Apr. 10:10

Johannas Fest: Mein Mann, der Partyschreck

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In der monatelangen Gastgeberinnen-Karenz habe ich fast vergessen, was für ein Wagnis das Ausrichten solcher Privat-Events ist. Als wir in Wien noch dachten, dass mit dem 19. April die Normalität zurückkehren würde, erhielten wir zwei Einladungen zu Geburtstagsfeiern: Vergangenen Dienstag wurde Marianne 42, Alexanders 30er stand am Mittwoch an. Zu Letzterem sollten achtzehn Personen – die meisten davon gute Freunde von uns – kommen. Unsere Vorfreude war riesig, aber natürlich wurden beide Festivitäten abgesagt, als der Ausnahmezustand in der Hauptstadt bis Anfang Mai verlängert wurde. Marianne ärgert sich: „Das ist schon der zweite Geburtstag in Folge, der ins Lockdown fällt!“ Vor sieben Tagen sendete uns die begnadete Köchin eine Momentaufnahme von ihrem Griller. Ich habe sie gezählt: Es waren zwanzig Babykalamare, die da auf dem heißen Eisen vor sich hinbrutzelten. Da ging wohl ein Teil an die Nachbarn auf der angrenzenden Terrasse. Ich ersticke aufkommenden Futterneid im Keim: Irgendwann werden auch wir uns schließlich wieder gegenseitig zum Fine Dining einladen. In der monatelangen Gastgeberinnen-Karenz habe ich aber fast vergessen, was für ein Wagnis das Ausrichten solcher Privat-Events ist; überhaupt mit meinem Göttergatten. In essenziellen Wertehaltungen harmonieren wir zwar weitestgehend, was uns nun schon recht lange miteinander auskommen lässt. Bezüglich Essens- Einladungen bei uns daheim, driften wir jedoch immer weiter auseinander; überhaupt seit er sich auch als experimentierfreudiger Spontan-Hobbykoch versucht. Wenn der Gemahl zwei Stunden vor Eintrudeln der Tafelrunde stolz mit Spontankäufen wie Schwert- muscheln oder Soba-Nudeln ankommt, die wir doch bitte auch noch als lustige Zwischengänge servieren könnten, werfe ich regelmäßig die Nerven weg. Und wenn er auch noch einen zusätzlichen Gast, den er gerade zufällig am Markt getroffen hat, ankündigt, wird mein Mann zu meinem ganz persönlichen „Partyschreck“. Allerdings amüsiert er mich im realen Einladungsgeschehen weitaus weniger als Peter Sellers in der Filmkomödie „Der Partyschreck“; den US-amerikanischen Klassiker, ein 94-minütiges Feuerwerk an Gags, kann ich Ihnen übrigens wärmstens gegen Schlechtwetter- und jeden anderen Blues empfehlen.
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