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27. Apr. 13:51

Lehrer: Quereinsteiger in den Schulen dringend gesucht

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Neue Angebote für Absolventen von facheinschlägigen Studien sollen Job attraktiver machen. Die Politik will bereits seit 2013 mehr Quereinsteiger als Lehrer in die Schulen holen, neben den berufsbildenden auch in den allgemeinbildenden Fächern der Sekundarstufe (etwa Deutsch, Geografie). Erste Angebote sollten eigentlich mit Blick auf die Pensionierungswelle schon damals starten, in der Praxis gibt es Quereinsteiger-Angebote in der Allgemeinbildung aber de facto bis heute nicht. Nun startet das Bildungsministerium einen neuen Anlauf. Schon jetzt werden bei Lehrermangel Absolventen von fachlich in Frage kommenden Studien ohne Lehrerausbildung an den Schulen eingesetzt, etwa Diplom-Anglisten als Englischlehrer. Diese bekommen allerdings nur einen schlechter bezahlten Sondervertrag und müssen innerhalb von fünf Jahren Zusatzprüfungen im Umfang von 30 bis 60 ECTS-Punkten nachweisen (60 ECTS entspricht einem Jahr Vollzeitstudium). Mit der Reform der Lehrerausbildung wurde eigentlich die Möglichkeit geschaffen, dass Absolventen facheinschlägiger Studien mit einem Quereinsteiger-Studium von 120 ECTS die Berechtigung zum Unterrichten von einem Fach (statt wie sonst üblich zwei Fächern) erhalten. Allerdings gab es hier mit Ausnahme der Musiklehrer-Ausbildung in Wien und Niederösterreich kein Angebot an den Hochschulen. In einem aktuellen Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums ist nun ein neues Quereinsteiger-Modell für Absolventen facheinschlägiger Studien vorgesehen, die bereits Berufserfahrungen beim Unterrichten in allgemeinbildenden Fächern der Sekundarstufe (u.a. Mittelschule, AHS, BMHS) haben und aktuell auch an einer Schule tätig sind. Die Quereinsteiger-Ausbildung soll nun laut Erläuterungen "grundsätzlich neu gestaltet" und auch nicht mehr von Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH), sondern nur mehr von PHs angeboten werden. Ziel sei ein erleichterter und vereinheitlichter Quereinstieg, wobei hochwertige Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote insbesondere im pädagogischen Bereich festgelegt werden sollen. Auch Anpassungen im Dienstrecht werden dabei notwendig, diese sollen noch heuer erfolgen. Die Hochschullehrgänge für Quereinsteiger - beim Lehramt Sekundarstufe sind auch außerordentliche Masterstudien möglich - sollen "nach Maßgabe des Bedarfs" eingerichtet werden, wie es in den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf heißt. Der Umfang wird vom Ministerium auf APA-Nachfrage mit 120 bis 150 ECTS bzw. nach Anrechnung der Berufspraxis mit 60 bis 90 ECTS angegeben. Nähere Details der Ausbildung wie Bildungsziele, Umfang der jedenfalls verpflichtend vorzusehenden Studienfachbereiche oder - soweit für eine einheitliche Ausbildung nötig - Grundsätze für die nähere Gestaltung der Studienpläne sollen noch in einer Verordnung geregelt werden. Die Entwicklung sei schon sehr weit, man sei dabei in enger Abstimmung mit Unis und PHs, betont die zuständige Sektionschefin im Bildungsministerium Margareta Scheuringer gegenüber der APA. "Derzeit wird hier ein Modell entwickelt, das praktikabel und für Leute, die in den Schulbereich einsteigen wollen, auch attraktiv ist." Die Zeiten, in denen man an die Uni gehe und danach für den Rest des Lebens denselben Beruf ausübe, seien vorbei. In der Zusammenarbeit mit der Initiative Teach for Austria merke man, dass es bei Quereinsteigern einen guten Markt gibt. Ziel müsse es sein, die richtigen Leute an die Schulen zu bringen. "Wir sind dabei und möchten das möglichst rasch auf den Markt bringen." In dem Gesetzesentwurf ebenfalls verankert wird der angekündigte Quereinsteiger-Lehrgang für Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen. Zielgruppe des neuen Angebots sind "facheinschlägig vorgebildete Personen" wie Absolventinnen und Absolventen eines Bachelorstudiums Pädagogik, Erziehungs- und Bildungswissenschaften. Nach Abschluss des Hochschullehrgangs "Elementarpädagogik" an einer PH (Umfang: 60 ECTS) sollen sie zum Führen einer Gruppe berechtigt sein.
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