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Russland und Europa: Ein Impfstoff als politischer GiftpilzAktualisiert22. Feb. 5:00

Russland und Europa: Ein Impfstoff als politischer Giftpilz

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Neue Sanktionen Europas fürchtet Russland nicht. Moskau weiß, was es kann: Die EU spalten. Wenn nötig mit Sputnik V. Nur ein Wort zum russischen Impfstoff Sputnik V – weniger zu dessen Qualität, zumal er laut Studienergebnissen hoch wirksam sein soll. Politisch aber kann er die Wirkung eines wahren Giftpilzes haben. Und das mit voller Absicht Moskaus. Denn man fragt sich, warum Russland, das auch Europa sein Vakzin anbietet und damit sicher nicht ohne Schadenfreude tief in den Wunden der holpernden europäischen Impftstoffstrategie wühlt, bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA noch immer keinen Antrag auf Zulassung gestellt hat. Damit ist auch für Österreich klar: Ohne das "Ja" der EMA wird kein Impfstoff hierzulande verimpft – kein deutscher, kein britischer, kein amerikanischer, kein chinesischer, kein russischer. Ungarn aber scherte aus der einheitlichen Linie der EU aus und holte Sputnik V ins Land, die Slowakei will diesem Beispiel bald folgen. Diesen, aus medizinischer Notlage geborenen Schritt könnte man gutheißen, wenn Moskau aus altruistischer Wohltäterschaft heraus handeln würde. Aber weit gefehlt. Es geht wieder einmal darum, wie es in Russlands Außenpolitik Tradition ist, Europa zu spalten. Und siehe da, es funktioniert schon wieder. Russland weiß eben, was es will: Nämlich gute, bilaterale Beziehungen zu den einzelnen Mitgliedsstaaten. Die mit Deutschland sind lebenswichtig. Sogar die mit Österreich haben Vorrang gegenüber einem, aus Sicht Moskaus, machtlosen Konstrukt namens Europäischer Union. Die weiß nämlich, zumindest was ihren Kurs gegenüber Russland betrifft, meistens nicht, was sie will.
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