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Stürme, Brände, Corona: 2020 wird für Versicherungsbranche teuer16. Sep. 12:15

Stürme, Brände, Corona: 2020 wird für Versicherungsbranche teuer

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Die Kosten steigen, während die Zinsen für veranlagtes Geld niedrig sind. Wie stark die Belastung wird ist schwer abzuschätzen. Das Jahr 2020 wird für die Versicherer teuer. Nebst tobenden Stürmen und Feuersbrünsten belasten hohe Kosten aus der Corona-Pandemie. Ein großer Teil dürfte bei den Rückversicherern hängen bleiben, die weiterhin auf höhere Tarife pochen. Corona beschäftigt nicht nur Reise- oder Gastrofirmen, sondern auch die Versicherungen. Sie stehen für Schäden aus Betriebsunterbrüchen, Kreditausfällen, abgesagten Reisen und Veranstaltungen gerade oder bezahlen Leistungen im Todesfall. Gleichzeitig werfen Zinspapiere, die im Anlagegeschäft eine wichtige Rolle spielen, kaum Rendite ab. Wie stark Corona die Branche belastet, ist nur schwer abschätzbar. Die Prognosen bewegen sich in einer großen Bandbreite. Die Experten der Swiss Re etwa rechnen für Rück- und Versicherer weltweit mit Kosten im Bereich von 50 bis 80 Milliarden US-Dollar (rund 42 bis 67 Mrd. Euro). Schätzungen anderer Institute übersteigen gar die 100-Milliarden-Marke. Rückversicherer dürften stärker zur Kasse gebeten werden als Erstversicherer. Hinweise dazu liefert eine Übersicht des Zürcher Finanzberaters PeriStrat, der die Schadenserwartungen von über 50 Firmen auflistet. Swiss Re und Munich Re belegen mit 2,5 und 1,8 Milliarden Dollar hinter der britischen Lloyd's (3,9 Mrd) die Plätze Zwei und Drei. Erst später folgen Versicherer wie Axa, Allianz oder Zurich. Die Erstversicherer könnten ab einer gewissen Schadenshöhe große Summen an die Rückversicherer weiterreichen, erklärt die Ratingagentur Fitch die teuren Rechnungen von Swiss Re und Co. Nebst Deckungen von Betriebsunterbrüchen oder von Kreditausfällen gingen bisher die Verschiebungen der Olympischen Spiele in Tokio und der Fußball-Europameisterschaft ins Geld. Als wären die hohen Coronakosten nicht genug, rechnen Experten für dieses Jahr auch noch mit hohen Belastungen aus Naturkatastrophen. Zwar haben sich diese in der ersten Jahreshälfte mit gut 30 Milliarden Dollar leicht unter dem langjährigen Durchschnitt bewegt. Entscheidend wird aber sein, wie teuer die noch bis Ende November laufende Hurrikan-Saison im Atlantik ausfallen wird. Die US-Klimabehörde NOAA rechnet mit einem Hurrikan-Rekordjahr und erwartet bis zu 25 Stürme, davon an die elf Hurrikane. Grund sind die hohen Wassertemperaturen, die die Sturmbildung begünstigen. Je nach Wetterlage wachsen diese zu Hurrikanen mit Windspitzen von über 180 km/h an. Das Ausmaß der Schäden hängt aber davon ab, mit wie viel Wucht ein Hurrikan auf besiedelte Gebiete trifft. In der laufenden Saison haben vor allem die Hurrikane "Hanna", "Isaias" und "Laura" gewütet. Insbesondere bei "Laura" gehen Beobachter von hohen Kosten für die Versicherer von bis zu 13 Milliarden Dollar aus. Mit "Sally" im Süden der USA und "Paulette" auf den Bermudas, braut sich weiteres Unheil zusammen. Nicht nur vom Wasser her droht Gefahr: Im Westen der USA wüten derzeit Waldbrände, die riesige Waldflächen und eine Vielzahl von Gebäuden zerstört haben. Die Feuer sind noch nicht gelöscht und das Schadensausmaß auch hier nur schwer abschätzbar. Doch ist auch an der Feuerfront mit hohen Kosten zu rechnen und in die Milliarden dürften auch die Schäden aus der Explosion am Beiruter Hafen gehen. Das Jahr 2020 droht für die Versicherungsbranche zum "teuersten" der Geschichte zu werden. Der Rekord wurde 2017 mit versicherten Katastrophenkosten in Höhe von 143 Milliarden Dollar gesetzt. Damals trieb die Hurrikan-Serie "Harvey", "Irma" und "Maria" die Belastungen in die Höhe. Sie leiteten aber auch eine Trendwende an der Preisfront ein. Nachdem die Rückversicherungstarife über Jahre unter Druck gestanden hatten, begannen sie sich ab 2019 allmählich zu erholen. Nun dürfte sich der Anstieg an der Preisfront fortsetzen. An dem virtuell durchgeführten Branchentreffen in Monte Carlo pochten Swiss Re und Munich Re angesichts der zu erwartenden Schäden auf weitere Preiserhöhungen. Der Trend könnte gar über 2021 hinaus anhalten, so die Hoffnung.
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