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Warum putzen wir, bevor die Putzhilfe kommt?Aktualisiert23. Feb. 5:00

Warum putzen wir, bevor die Putzhilfe kommt?

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Dinge, die uns im Alltag beschäftigen. Diesmal: Warum wir dafür zahlen, dass jemand anderer putzt - und dann selbst mithelfen. My Home is my Castle. Hier kehren wir heim, nachdem wir unsere Schlachten geschlagen haben. Hier sammeln wir neue Kräfte. Nehmen unsere Lieben in die Arme. Lassen uns fallen. Zu Hause geraten wir außer Tritt, während wir uns da draußen am Riemen reißen müssen. Heimkommen, das heißt: das Schild ablegen, den Speer in den Schrank räumen. Ausruhen, Kraft schöpfen, Luft holen. Und auch: Geschirrspüler ausschlichten vergessen, zu faul zum Werkzeugwegräumen sein, alles rumliegen lassen. Zeige mir, wie du wohnst, und ich sage dir, wer du bist. Wer wirklich mehr über einen Menschen erfahren will, sieht sich an, wie er wohnt. Wenn er einen reinlässt. Wen wir oft reinlassen (wenn wir uns diesen Luxus leisten), ist die Reinigungshilfe. Wir engagieren sie, wozu wir nicht kommen oder worauf wir keine Lust haben: putzen. Machen einen Termin mit ihr, der genau das vorsieht. Zahlen Geld für dieses Engagement. Und dann hört man immer öfter von dieser seltsamen Verhaltensweise: Leute putzen, bevor die Putzkraft kommt. Warum? Ein Anruf bei der Sozialpsychologin Katja Corcoran. Sie ortet drei erklärende Modelle. Das erste: Manch einer ist nicht bereit, alles zu delegieren. Nicht wirklich. Zumal es sich um Arbeit handelt, die man auch selber erledigen könnte. Die Reinigungskraft als Deadline fürs schlechte Gewissen: Kommt morgen das Helferlein, muss ich spätestens heute meinen Teil der Arbeit erledigen. Zweitens: „Wir sehen uns stets auch durch die Augen der anderen“, so Corcoran. Auto, Kleidung, Urlaub – all das trifft Aussagen über unsere Persönlichkeit. „Der eigene Wohnraum ist hier von besonderer Brisanz.“ Selbstdarstellung und Scham tragen bei zur Motivation fürs Vorputzen. Weil wir nicht als unordentlich gelten wollen, machen wir unser Heim präsentabel. Ein Drang, der unterschiedlich ausgeprägt ist: die einen putzen nur, wenn der Chef zu Besuch kommt. Andere selbst bei Freunden. Und manche sogar, wenn der Raumkosmetiker klingelt. Schließlich, drittens: Vorputzen zeigt Wertschätzung für jemand, der zu uns kommt. Wisch & weg aus Respekt: Ist das nicht schön?
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